Description

English

These photographs show an idealised view of the Front, aimed at schoolchildren and teachers. The soldiers are sitting in an orderly manner, like toy figures in a doll’s house. Even the wounded seem to be in good shape. This booklet includes ‘100 typical pictures and explanatory drawings from the wartime life’ of the army, navy and air force, ‘whereto our thoughts are directed permanently’.

The images do not, however, show the mud and deep water of the trenches, which soldiers stand in for hours and days, their feet rotten as a result. It doesn’t mention the horrible mutilations from the near constant contact with exploding ammunitions, nor the catastrophically unhygienic conditions, which led to diseases such as dysentery, typhus and cholera. It ignores the atrocious effects of nerve gas, let alone the fatal wounds sustained by enemy fire, but instead mentions the excellent suspension of the ambulance.

German

Was ist das?

Die Fotos zeigen eine beinahe idyllische Frontszenerie oder wirkungsvolles, sauberes deutsches Kriegshandwerk. Die Soldaten in den Detailzeichnungen sitzen aufrecht und artig in den Schützengräben wie Spielzeugfiguren in einem gut aufgeräumten Puppenhaus. Selbst die verwundeten Soldaten scheinen ruhig zu sein und wohlversorgt in recht hygienischen Umständen. Diese komplett illustrierte Publikation zeigt „100 typische Aufnahmen und erläuternde Zeichnungen aus dem Kriegsleben“ der Armee. Die Broschüre will Schülern und Lehrern „zur sinnfälligen Veranschaulichung des Gehörten oder Gelesenen gute Dienste leisten“. Weitere Zielgruppen sind Büchereien und Familien: ihnen will das Buch „ein Bild des Lebens im Felde vermitteln, wohin unsere Gedanken sowieso ständig gerichtet sind.“ 

Was können wir nicht sehen?

Die Fotos und Zeichnungen zeigen nicht den Schlamm in den Schützengräben, nicht die verfaulenden Soldatenfüße, die stunden- und tagelang tief im Wasser gestanden haben. Das Buch erwähnt freilich auch nicht die schrecklichen Verstümmelungen durch Granatensplitter, die katastrophalen hygienischen Zustände in den Schützengräben, die Krankheiten wie Ruhr, Typhus und Cholera mit sich brachten. Auch wenn Verwundung und Tod in den Erläuterungen und Bildern nicht unerwähnt bleiben, liegt der Schwerpunkt nicht auf den fürchterlichen Auswirkungen des Gaskrieges, sondern eher auf der guten Federung der Automobile zum Transport Verwundeter.

Transcript

  1. Transcript

    English

    F. Hirt’s war pictures
    100 typical photographs and revealing drawings from the life of the land, sea and air forces during the war, as well as 23 portraits of their leaders and heroes

    Ferdinand Hirt, Breslau, Königsplatz 1

    German

    F. Hirt’s Kriegsbilder
    100 typische Aufnahmen und erläuternde Zeichnungen aus dem Kriegsleben der Land-, See- und Luftstreitkräfte, sowie 23 Bildnisse ihrer Führer und Helden

    Ferdinand Hirt, Breslau, Königsplatz 1

  2. Transcript

    English

    12. Approach trench bed
    13. Latrine
    14. Observation post
    15. Communication trench
    16. Spanish horsemen
    17. Second trench position
    18. Crew bunker
    19. Reserve positions with accommodation bunkers
    20. Different types of enemy hand grenade

    Trenches. Many positions are located one behind the other, each protected by special barbed wire. Every day the order is given to strengthen the trenches further. Positions are situated at irregular intervals in front of the barbed wire as is the listening post, so that movements, trench digging and conversations can be overheard and observed.

    54. Barbed wire. An endless tangle of barbed wire spreads along all fronts to protect the trench positions. By destroying these obstacles the artillery attempts to expose the enemy position to attack. The assault troops are helped by sappers with wire cutters.
    55. The machine gun is one of the most dangerous and feared weapons; many hundreds of shots can be fired in one minute. Installed in the front-line trenches, it is used to nip enemy obstacles in the bud.
    (Phot. Kühlewindt)

    German

    12. Laufgrabensohle
    13. Latrine
    14. Beobachtungsstand
    15. Verbindungsgraben
    16. Spanische Reiter
    17. Zweite Grabenstellung
    18. Mannschaftsunterstand
    19. Reservestellungen mit Wohnunterständen
    20. Verschieden Arten von Handgranaten der Feinde

    Schützengräben. Mehrer Stellungen liegen hintereinander, jede durch besonderes Drahtverhau geschützt. Ein wird täglich zum weiteren Ausbau der Gräben befohlen. Vor dem Drahtverhau liegen in unregelmäßigen Abständen Stellung, befindet sich der Horchposten, um Bewegungen, Schanzarbeiten und Gespräche zu erlauschen und beobachten.

    54. Drahtverhau. Ein endloses Gewirr von Stacheldraht zieht sich auf allen Fronten entlang zum Schutze der Grabenstellungen. Durch Zerstörung solcher Hindernisse versucht die Artillerie die feindliche Stellung sturmreif zu machen. Die Sturmtruppen werden durch Pioniere mit Drahtscheren unterstützt-
    55. Das Maschinengewehr ist eine der gefährlichsten und gefürchtetsten Waffen; viel Hundert Schuß können in einer Minute abgegeben werden. Eingebaut in den vordersten Graben, ist es geeignet, feindliche Hindernisse bereits in der Entwicklung zu ersticken.
    (Phot. Kühlewindt)

  3. Transcript

    English

    56. Approach trenches.
    Man-made steep-sided trenches connect the front-line positions with the reserve trenches and the accommodation trenches. Some trenches are particularly wide, so that the wounded can be carried through on stretchers.

    57. French mortars.
    The dreaded mortars are located in the most front-line trench. Similar to a catapult, they are spring-loaded and project aerial torpedoes, also known as wing mines, approximately 300 m to 500 m: they explode with extreme force.

    58. 59. Trench interiors and marksmen
    In many positions along the extended fronts the construction of durable positions is made more difficult by the sandy soil, which repeatedly gives way. In these cases the soldiers use wooden planks, wattling and sandbags. Our picture gives a clear insight into how the trenches are built, in which by day marksmen stand spread out with telescopic sight rifles, in order to open fire immediately on any enemies that appear.

    German

    56. Laufgräben.
    Über mannstief eingeschnittene Laufgräben verbinden die vorderen Stellungen mit den Reservegräben und den Wohnunterständen. Einzelne Gräben sind besonders breit, um Verwundete auf Bahren hindurchtragen zu können.

    57. Französischer Minenwerfer.
    Im vordersten Schützengraben stehen die gefürchteten Minenwerfer. Einer Schleudermaschine gleich, werfen sie durch Federdruck die Lufttorpedos, auch Flügelminen genannt, etwa 300-500 m weit: sie explodieren mit furchtbarer Gewalt.

    58. 59. Grabeninneres und Scharfschütze.
    In vielen Stellungen der ausgedehnten Fronten ist der Bau gut haltbarer Stellungen erschwert durch das sandige, immer wieder nachgebende Erdreich. In solchen Fällen helfen sich die Soldaten mit Holzverschalung, Flechtwerk und Sandsäcken. Unser Bild gewährt einen guten Einblick in die Bauart der Gräben, in denen am Tage Scharfschützen mit Zielfernrohrgewehren verteilt stehen, um sich zeigende Feinde sofort unter Feuer zu nehmen.

  4. Transcript

    English

    98. Field hospital.
    Behind enemy lines entire remaining houses in the larger villages have been converted into hospitals. Our picture shows a building that was formerly a stable. The wounded, receiving initial treatment here, lie on simple wooden frames padded with straw. There is also the possibility of performing urgent operations without delay.

    99. Hospital train carriages.
    If the wounded soldier is strong enough to withstand a longer rail journey, he is, if necessary, driven by car (see picture 84) to the nearest railway station, put into the hospital train and transported onwards. Each carriage in these trains can accommodate 12 wounded and with its practical equipment can offer all necessary comforts and the possibility of performing urgent operations.

    German

    98. Feldlazarett.
    Im Etappengebiet sind unversehrt gebliebene Häuser größerer Ortschaften in Lazarette umgewandelt worden. Unser Bild zeigt ein Gebäude, das früher ein Pferdestall gewesen ist. Auf einfachen, mit Stroh gepolsterten Holzgestellen liegen die Verwundeten, die hier die erste Pflege finden. Auch ist die Möglichkeit gegeben, dringende Operationen ohne Verzug auszuführen.

    99. Wagen eines Lazarettzuges.
    Ist der verwundete Soldat soweit gekräftigt, dass er eine längere Eisenbahnfahrt überstehen kann, so wird er, falls erforderlich, im Automobil (siehe Bild 84) nach der nächsten Eisenbahnstation gefahren, in den Lazarettzug gebracht und weiterbefördert. Jeder Wagen eines solchen Zuges kann 12 Verwundete aufnehmen und bietet mit seinen praktischen Einrichtungen alle erforderlichen Bequemlichkeiten, auch die Möglichkeit der Vornahme von dringenden Operationen.