Merry military road! 600 amusing graffiti on train wagons

Book/Photograph

Description

English

Graffiti artists might regard themselves as modern, but the act of drawing and writing on surfaces in public places is not a new idea. The editor of this book collected 600 examples of graffiti from soldiers in World War One. Here we can see railway carriages that transported soldiers to the front covered in chalk graffiti.


Modern studies suggest young people graffiti for several reasons, including artistic improvement, escape from everyday life, pleasure, fame and for a group thrill. We may not know who the soldiers were that created these inscriptions during the war, but we can imagine why they created them. Apart from the nationalistic war enthusiasm, it might have been a way to detract from what was waiting for them at the Front. Their feelings of hatred for and superiority over the enemy, and their wish to overcome danger as a team, can certainly be seen in these inscriptions.

German

Wie hip sind Graffiti eigentlich?

Heutige Graffitisprayer sehen sich wahrscheinlich als moderne, ultra-hippe Typen an, was für viele Aspekte wie die verwendete Sprayfarbe und den farbigen künstlerischen Stil auch stimmt, aber – sorry – nicht für das eigentliche Zeichnen und Schreiben auf Oberflächen im öffentlichen Raum. Das gab es schon im Alten Ägypten und auch, wie wir hier sehen können, während der Mobilmachung im Ersten Weltkrieg. Der Herausgeber dieses Buches hat mit Hilfe von vielen Soldaten 600 Aufschriften zusammengetragen. So zeigen die Fotos Eisenbahnwaggons, die Soldaten an die Front transportierten, und die über und über mit Kreide beschrieben und bemalt sind. 

Warum werden Graffiti gemacht?

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Jugendliche aus unterschiedlichen Gründen sprayen (Beispiele nach Wikipedia): Streben nach eigener Verbesserung, Positive Emotionen (Abschalten vom Alltag, Stimmung verbessern, drogenrauschähnlicher Kick beim Sprühen), Kreativität, Gefühle ausdrücken, Gruppengefühl, Ruhm, Gefahr erleben und überwinden. Auch wenn wir nicht wissen, welche Soldaten die Urheber der Aufschriften im Ersten Weltkrieg waren, könnte es vielleicht einige Parallelen zum heutigen Sprayen geben. Bei aller nationalistischen – rauschähnlichen – Kriegsbegeisterung hat möglicherweise auch bei den jungen Kriegsfreiwilligen unbewusst mitgespielt, dass sie nicht wussten, was auf sie im Kriege zukommen würde: ihre Gefühle von Hass und Überlegenheit gegenüber dem Feind und ihr Wunsch, die Gefahren gemeinsam mit den Kameraden zu überwinden, lassen sich auf jeden Fall aus den Sprüchen herauslesen.

Transcript

Transcript

English

Have a good trip to the front!
600 humorous inscriptions in railway carriages
Collected by Kurt Ahnert-Nürnberg during mobilisation.
With four art prints

German

Fröhliche Heerfahrt!
600 lustige Aufschriften an Eisenbahnwagen
Während der Mobilmachung gesammelt von Kurt Ahnert-Nürnberg
Mit 4 Kunstblättern

Full title
Merry military road! 600 amusing graffiti on train wagons
Created
1914
Format
Book / Photograph
Held by
Staatsbibliothek zu Berlin
Usage Terms
Free from known copyright restrictions

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